Pip

In der Mittelalterszene werde ich meistens Pip genannt. Pip, von den Pips im Orangensaft - weil ich so klein bin... Und weil der Vater Karls des Großen Pippin hieß. Wie passend!

 

Ich habe schon zu Schulzeiten angefangen, mich auf diversen Mittelaltermärkten herumzutreiben und mir in diesem Zuge für mein hart zusammengespartes Taschengeld einige Marktmittelalterausstattung zuzulegen. Mit der Zeit wurde mir jedoch immer stärker klar, dass das, was auf so einem Mittelaltermarkt zu sehen ist, in den allerseltensten Fällen tatsächlich etwas mit dem historischen Mittelalter zu tun hat. Das meiste hat es nie gegeben.

 

Doch mein Interesse war geweckt und ich beschloss, mich genauer in die Materie einzuarbeiten und mir eine historisch korrekte (häufig auch "authentisch" genannte) Darstellung aufzubauen. Meine Geburtsstadt, Ingolstadt, wird 806 n. Chr. das erste Mal urkundlich erwähnt, was ich als Aufhänger dafür nahm. Bis heute suchen Archäologen nach dem Karolingischen Kammergut Ingoldestat, dass in der Urkunde aufgeführt wird. Gefunden hat man bis heute nichts. Fast nichts: Eine kleine, ehemals vergoldete Fibel aus dieser Zeit wurde bei Bauarbeiten gefunden und kann im Stadtmuseum bewundert werden.

 

Ich dachte mir damals noch: "Hoch- und Spätmittelaltergruppen und Wikinger gibt es hier in der Gegend genug. Karolinger macht kaum einer, das wär doch mal interessant." Dann begann ich zu recherchieren und verstand sehr bald, warum niemand eine Karolingerdarstellung betreibt: Die Quellenlage zu dieser Zeit ist nämlich mehr als dürftig - wie ihr unter "Quellen" demnächst nachlesen könnt.

Fast hätte ich mein Vorhaben wieder an den Nagel gehängt, hätte ich nicht ein bisschen Hilfe und Tipps bekommen. Mit der Zeit kamen dann genug Informationen zusammen, um zumindest einmal einen ersten Versuch zu starten und ein Kleid zu nähen.

 

Das war vor ungefähr drei Jahren, im Frühjahr 2011. Heute weiß ich, um ehrlich zu sein, nur unwesentlich mehr als damals, aber immerhin. Und weil es mich doch ein wenig frustriert, auf den Märkten und Veranstaltungen immer die einzige Karolingerin zu sein und ziemlich exotisch herauszustechen, habe ich beschlossen, mein kleines Wissen mit anderen zu teilen, die vielleicht - genau wie ich damals - ein bisschen Starthilfe brauchen, um ihr Vorhaben einer Karolingischen Darstellung nicht gleich wieder an den Nagel zu hängen.

 

Ich bin nicht Mitglied in irgendeiner Mittelaltergruppe und ich lagere auch nicht auf den Veranstaltungen. Irgendwo in meinem Hinterkopf spukt von Anfang an auch die Idee herum, einmal selbst eine Lagergruppe zu gründen, aber das ist wohl noch ferne Zukunftsmusik. Denn eine Lagerausstattung kostet eine Stange Geld, selbst wenn man so viel wie möglich selbst herstellt, da muss eine arme kleine Studentin schon lange darauf sparen. Und es eilt ja nicht.

 

Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich weder Geschichtswissenschaft noch Archäologie studiert habe noch sonst irgendeine Ausbildung in diesem Bereich besitze. Das Mittelalter ist ein reines Hobby für mich – ich hoffe, ihr verzeiht mir daher einiges Unwissen.

 

Wer Fragen zu mir selbst, meiner Einstellung zum Mittelalter oder sonst irgendetwas auf dieser Homepage hat, kann sich jederzeit gerne über das Kontaktformular bei mir melden!

Es grüßt

die Pip

 

Stefan

 

Jahrgang '68. In der Mittelalterszene häufig als "Panzerreiter" angesprochen. Im Gegensatz zu Pip alles andere als körperlich klein.

 

Als Kind über das Rollenspiel zum Fantasy-Mittelalter gekommen, als Jugendlicher vom Fantasy-Mittelalter zum ernsthaften Interesse, als Erwachsener vom ernsthaften Interesse zur Living History. Ich mag Geschichte trotz, nicht wegen der Schule, da hatte ich durchgehend schlechte Noten in diesem Fach.

 

Nachdem ich im Rahmen eines Lehramtsstudiums (Sekundarstufe 1) mehr oder weniger zu Geschichte als Nebenfach in der didaktischen Kombination gezwungen wurde, reifte der Entschluss, nach den eigenen schlechten Erinnerungen an den Geschichtsunterricht, es besser zu machen und LH in der Schule zu verwenden. Da die im Lehrplan sehr wichtige Zeit Karls des Großen niemand meiner Freunde und Bekannten aus der LH-Szene darstellte, musste ich eben selber ran. Das war so um die Jahrtausendwende.

 

Den Staatsdienst habe ich schon lange verlassen, das war einfach nicht mein System. Vielleicht die 68er-Gene. Dienst nach Vorschrift ohne anzuecken ist nicht meine Stärke. Ich denke zu viel und zu kritisch. Aber die schulischen Anfänge wurden zum Hobby. Dem Lehren bin ich trotzdem treu geblieben, wenn auch nun privat im Rahmen meines eigenen, kleinen Nachhilfeinstituts. (www.frankennachhilfe.de Wenn große Konzerne Schleichwerbung machen, erlaube ich mir das auch, jawollja!)

 

Geblieben ist auch der Sinn und Zweck meiner persönlichen Form der LH. Meine Priorität ist nicht das Experimentelle, Forschende, auch nicht irgendeine Art der Alltagsflucht oder Selbstverwirklichung. Es ist ein didaktischer Ansatz, es geht einzig darum, zu vermitteln, den Leuten etwas zu zeigen. Ich bin in keiner Mittelaltergruppe und keinem Verein, was aber nicht heißt, dass man nicht genügend Leute kennen würde.

 

Eine akademische Ausbildung in Bezug auf Geschichte habe ich nicht. Das Studium in der didaktischen Kombination tendiert rein fachwissenschaftlich gegen Null. Es geht dort lediglich um die Didaktik des Faches.

 

Als Pip sich mit dem Gedanken trug, diese Webseite zu erstellen, setzte sie ihren unwiderstehlichsten Kleinmädchenblick auf und klagte, sie wäre in Bezug auf den Jungskram nicht firm genug. Ich habe meinen Rettungswurf gegen Dackelblicke nicht geschafft und so bin ich nun hier...

 

"Ulfberht"- Schwert, GNM Nürnberg, ca. 825 AD [allgemeinfrei]
"Ulfberht"- Schwert, GNM Nürnberg, ca. 825 AD [allgemeinfrei]