Sachquellen

Funde von Waffen und Rüstungen

...sind rar, zumindest, was Rüstungen angeht. Spathas sind einige als Streufunde erhalten, Saxe ebenfalls, Lanzenspitzen auch. Bögen leider gar keine. Immerhin, es ist was da, aber viel ist es nicht. Jedenfalls aus der Karolingerzeit; die weitaus bessere, teils sogar sehr gute Fundlage aus der späten Merowingerzeit täuscht da oft. Mit Rüstungen sieht es übler aus. An Funden von sicher auf die Karolingerzeit datierten Rüstungen ist mir genau eine Schuppe bekannt. Sie haben den Singular bemerkt? Und Schuppe, wohlgemerkt, nicht Schuppenpanzer.

Probleme der Fundquellen:


Nun ja, eben dass sie so rar sind. Mit dem Übergang von der Merowingerzeit zur Karolingerzeit bricht die vorher für Archäologen so angenehme beigabenreiche Begräbnissitte ab. Westlich des Rheins bereits ab etwa 700 (also bereits zum Ende der Merowingerzeit), östlich davon etwa 50 Jahre später, im Norden hält sie sich noch einmal etwas länger. Spätestens um 800 herum ist aber überall Sense.
Abgesehen davon gibt die Häufigkeit der Funde nicht wirklich an, wie häufig entsprechende Dinge tatsächlich bei der lebenden Bevölkerung vorkamen. Gerade Laien aus dem Reenactmenthobby sind bei der Interpretation von Quellen oft zu leichtfertig. Wenn, man verzeihe mir den Ausflug in die Moderne zur Verdeutlichung, wenig Mobiltelefone in Gräbern gefunden werden, dann bedeutet das nicht notwendigerweise, dass diese selten und kostbar waren, sondern zuerst einmal schlicht, dass man die Leute selten mit den Dingern beerdigt hat. Die Seltenheit mag dafür ein Grund sein, aber er ist nicht automatisch zwingend.

weitere Sachquellen demnächst

"Ulfberht"- Schwert, GNM Nürnberg, ca. 825 AD [allgemeinfrei]
"Ulfberht"- Schwert, GNM Nürnberg, ca. 825 AD [allgemeinfrei]