Waffen & Rüstung

Wenn man sich mit Waffen und Rüstungen der Karolingerzeit befasst, stößt man recht schnell auf eine etwas eigenartige Diskrepanz: Während die Bewaffnung in der Regel recht gut belegt ist, sieht es bei den Rüstungen sehr düster aus. Von den Spathas, den Flügellanzen, den Pfeilspitzen gibt es einige Funde, von den berühmten Schuppenpanzern dagegen, die in Schrift- wie Bildquellen so gerne vorkommen, ist leider nichts erhalten. Bei den Helmen sieht es ähnlich aus, Arm- oder Beinschutz ebenfalls: Nichts. Absolut nichts. Lassen Sie sich nicht täuschen: Fränkische Funde, ja, jede Menge. Aber eben nicht karolingisch.

Während man also bei der Bewaffnung in weiten Bereichen recht quellentreu vorgehen kann, muss man bei der Rüstung viel interpretieren und zum Teil recht experimentell arbeiten. Und während man theoretisch an jede Waffe ein Schildchen mit einem genauen Fundbeleg hängen könnte, muss man sich bei den Rüstungsteilen auf viele Fragen gefasst machen. Man schwimmt insofern, als man bei zahlreichen Details einen konkreten, wirklich beweiskräftigen Beleg schuldig bleiben muss.
Das soll uns aber nicht davon abhalten, im Folgenden zu versuchen, aus den Quellen, die wir haben,  ein stimmiges Bild herauszuarbeiten.

"Ulfberht"- Schwert, GNM Nürnberg, ca. 825 AD [allgemeinfrei]
"Ulfberht"- Schwert, GNM Nürnberg, ca. 825 AD [allgemeinfrei]